Bei Betrachtung der vielen Angebote im Internet und auch in den Zooläden wird deutlich,  dass im Vergleich der letzten Jahre die griechische Landschildkröte immer präsenter und  umfangreicher angeboten wird. Die Preise für die Tiere sind in den letzten Jahren drastisch  gefallen: Ich weiß noch, dass ich im Jahr 2000 meine damals einjährigen Tiere für etwa 150 -  200 Euro erworben habe. Heutzutage finden sich gerade in den Internetkleinanzeigen  zahlreiche Angebote. Hier werden die Tiere des  aktuellen Jahrganges bereits ab 50 Euro angeboten.  In den Zooläden sinken die Preise ebenfalls auf  nunmehr 100 bis 150 Euro ab. Ich kann mich noch  gut daran erinnern, wie ich in diesem Spätsommer  mit einigem Entsetzen das Angebot einer  griechischen Lanschildkröte für 100 Euro in einem  Bau- und Gartenmarkt registrieren musste.  Des öfteren finden sich im Internet auch Angebote von  Haltern, die ihre Tiere abgeben wollen, da sie mit der Haltung und Pflege überfordert sind.  Wenn hierbei noch Fotos der Tiere eingestellt sind, erkenne ich nicht selten fehlentwicklete  Tiere mit Papageienschnabel, die ganzjährig in einem Terrarium ihr Dasein fristen. Werden  sich bald auch die hiesigen Tierheime vermehrt mit abgegebenen Schildkröten beschäftigen  müssen? Mir zeigt diese Entwicklung in den letzten Jahren, dass der  Markt und die Nachfrage nach den griechischen  Landschildkröten mittlerweile zunehmend gesättigt ist. So  bleiben viele private Züchter auf ihren Tieren sitzen oder  haben Mühe, sie entsprechend vermitteln zu können. Nicht  selten haben erfahrene Züchter mittlerweile ihre private  Nachzucht eingestellt. Vielfach werden die gefunden Gelege  auch verworfen, dass heisst, dass die Eier nicht mehr gezeitigt  und ausgebrütet werden. Gerade um diese Nachzuchten ist es  sehr schade, da wir berücksichtigen müssen, dass in den  natürlichen Herkunftsländern die Anzahl der vorkommenden  Tiere weiter in einem rasantem Tempo abnimmt.  Doch es gibt auch einen Gewinner der Entwicklung der letzten Jahre:   Meines Erachtens sind nämlich diejenigen die Nutznießer der Situation, die sich bewußt  entscheiden, sich vorab gründlich über die Haltungsbedingungen und Ansprüche der Tiere  informieren und dann ggf. ganz gezielt bei einem erfahrenen Züchter eine Gruppe  erwerben. Es gibt mittlerweile ausgezeichnete Fachbücher und Internetseiten zu dem  Thema der Haltung von griechischen Landschildkröten. Viele Haltungsfehler können damit  vermieden werden. Davon profitieren letztlich alle Seiten, insbesondere die von uns  gepflegten Tiere. Kommen Sie zu dem Ergebnis, dass es aufgrund der fehlenden  vorhandenen Rahmenbedingungen nicht sinnvoll ist, selbst ein Tier zu pflegen, ist dies auch  eine gute Lösung. Mittlerweile laden auch viele Zoos dazu ein, Landschildkröten in  großzügigen Gehegen beobachten zu können. Hierbei fallen mir in meiner Umgebung  Worms, Landau und Saarbrücken ein. Als Interessent können Sie sich direkt bei einem privaten Züchter informieren, die dortige  Anlage begutachten und bekommen die Tiere mittlerweile zu einem sehr guten Preis. Eine  Liste von Züchtern finden Sie nach Postleitzahlen geordnet auf vielen Internetseiten. Ich  werde hier in Kürze einen Link setzen. Insgesamt gesehen macht jedoch der Erwerb der  Tiere den geringsten Teil der Haltungskosten aus.  Bei entsprechenden Voraussetzungen halte ich als erste Anschaffung eine Gruppe junger  Tiere (1-4 Jahre alt) von 3-4 Weibchen und ggf. einem Männchen für gelungen. Bei der  Zusammensetzung ist es wichtig, dass sie immer mehrere weibliche Tiere mit einem  männlichen Tier zusammensetzen. Mehrere Männchen untereinander sind insbesondere auf  zu engen Haltungsbedingungen fast immer unverträglich und die ranghöheren Tiere  bekriegen die anderen Tiere ständig. Bei gemeinsamer Haltung von männlichen und  weiblichen Tieren müssen für die Weibchen genügend Versteckmöglichkeiten vorhanden  sein, was ein entsprechend strukturiertes Freigehege ermöglichen kann. Ansonsten kann  einer Dauerbelagung der Männchen nur damit abgeholfen werden, sie seperat zu halten.   Haben Sie also kein Interesse an einer eigenen Nachzucht, würde ich auf den bewußten  Erwerb eines männlichen Tieres verzichten.