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Die griechische Landschildkröte ist die wohl am häufigsten gehaltene und gepflegte Schildkrötenart in Deutschland. Sie wird derzeit in die drei Unterarten Testudo hermanni hermanni, Testudo hermanni boettgeri und Testudo hermanni hercegovinensis unterteilt.
Auf meiner Homepage möchte ich vor allen Dingen über die zweite genannte Unterart Testudo hermanni boettgeri berichten, die griechische Landschildkröten der östlichen Unterart. Man spricht von der östlichen Unterart, weil diese ihr natürliches Vorkommen im Ostteil des Mittelmeerraumes begründet. Dazu gehören die Länder Mazedonien, Bulgarien, Albanien, Griechenland, Rumänien, Serbien und Montenegro und der Europäische Teil der Türkei. Diese Unterart pflege ich selbst seit 2001. Im Sommer 2006 ist mir erstmals eine eigene Nachzucht gelungen. Als ich etwa 8 Jahre alt war nahmen meine Eltern zwei griechische Landschildkröten in Pflege. Leider verstarb eines der beiden Tiere kurz nachdem wir es bekommen hatten. Das andere wirkte auch recht kraftlos und wurde, mit über eine Spritze eingeflößtem Karottensaft, am Leben gehalten. Glücklicherweise erholte sich das Tier relativ rasch. Wenig später bekamen meine Eltern noch ein Männchen hinzu, welches auch nicht gerade von der kräftigsten Statur war. Weil sich meine Eltern Sorgen um dieses Tier machten, kamen es in den Sommermonaten häufig zu erfahrenen Haltern eines Reptilienvereins in Pflege und war nur teilweise bei uns. Mein Vater baute im Garten ein großes Freigehege. Dort hatten die beiden Tiere ausreichend Auslauf. Häufig konnten die beiden Tiere jedoch ausbrechen. Meist suchte dann die ganze Familie und manchmal dauerte es auch einige Tage bis dann ein Nachbar den "Ausbrecher" in seinem Garten entdeckte. Leider wussten wir damals nicht viel von einer ordentlichen Ernährung und Haltung. Und da die beiden mit Vorliebe Kirchen, Erdbeeren und Tomaten fraßen, landete dieses Futter auch häufig auf dem Speisezettel der beiden. Gerade für uns Kinder war es ein Genuss den Beiden zuzuschauen, wie gierig sie die ein oder andere Erdbeere vertilgten
Die beiden Kröten lebten anschließend weiter bei meinen Eltern, während ich studierte und daraufhin nach Trier zog. In Trier erkundigte sich eine Kollegin in einer Arbeits-Kaffeerunde nach einem Schildkrötenzüchter. So fiel mir eine Züchterin aus meinem Heimatdorf ein, die auch unsere beiden Kröten pflegte, wenn meine beiden Eltern im Urlaub weilten. Ich telefonierte mit dieser und dachte mir dabei, mir doch auch ein Tier zulegen zu können. Und so kam ich im Sommer 2001 also eher auf spontane und recht unvorbereitete Weise in den Besitz meiner ersten griechischen Landschildkröte-HÄLGE. Ich musste mir später eingestehen, dass ich im ersten Jahr vieles bei der Pflege des jungen Tieres unbewusst falsch machte. Letztlich gelangte ich im Internet auf hervorragende Seiten und konnte dank dieser Hilfestellungen die Haltungsbedingungen verbessern. Zudem gelangte ich dadurch zu geeigneter Literatur. Meine Eltern schenkten mir 2002 zu meinem Geburtstag eine zweite Schildkröte (Schröder), in den nächsten beiden Jahren erwarb ich jeweils noch eine zwei weitere Schildkröten (zunächst Cleo und später Eowyn) von einem privaten Züchter aus der Region. Im Jahr 2004 übernahm ich auch die beiden Kröten (Paschek und Kurt) meiner Eltern, für welche ich ein zweites größeres Gehege (ca. 25 qm) baute. Leider fehlte eines Abends zum Sommerende hin ein Jungtier und ich frage mich heute noch, wie es aus dem überdachten und gesicherten Gehege hinausgekommen sein kann. Sämtliche umfangreichen und stundenlangen Suchaktionen führten zu keinem Erfolg. Auch auf eine Suchanzeige in der Zeitung meldete sich niemand.
Im Herbst zogen wir in eine neue Wohnung. Es ist schon erstaunlich, dass eine Wohnung nur dann für uns in Frage kommen konnte, wenn diese über einen großen Gartenanteil verfügte, welcher für die "Öffentlichkeit" kaum einsehbar war. Glücklicherweise konnte relativ schnell eine solche "schildkrötengeeignete" Wohnung gefunden werden. Hier konnte ich im Frühjahr 2005 zwei neue Gehege für meine 5 Tiere aufstellen. Dabei nutzte ich einen alten ausgedienten Sandkasten meines Nachbarn für meine drei Jungtiere. Für die beiden älteren Tiere Paschek und Kurt baute ich ein neues etwa 25 qm großes Freigehege mit einer Schutzhütte, die mit einem Elsteinstrahler, gesteuert über einen Thermotimer, bestückt wurde. Damit ich im Garten über Strom verfügen konnte, habe ich eine Leitung in den Boden gelegt.
Da wir uns im Herbst 2005 einen jungen Hund aus dem Tierheim holten, wurde das Freigehege vor allen Dingen aus Sicherheitsgründen im Sommer 2006 noch einmal in den hinteren Teil des Gartens verlegt. Dort konnte es noch einmal vergrößert werden. Zudem ersetzte ein Gewächshaus die Schutzhütte, zumal ich in diesem hinteren Teil des Gartens bislang noch nicht über Strom verfügen kann und die Tiere so in der Übergangszeit in dem ca. 10 qm großen Gewächshaus verbleiben können.
Da Schildkröten ein Alter von 80 Jahren und mehr erreichen können, ist es schon ein komisches Gefühl, dass mich die beiden Neuankömminge locker überleben können und ich sie an eine nächste Generation vererben kann. Letztlich möchte ich mit der Nachzucht der Schildkrötenart aber auch mit der Veröffentlichung dieser Homepage einen Teil zum Erhalt dieser Tierart beitragen, die in ihren natürlichen Umgebungen immer mehr vom Aussterben bedroht ist.
Auf meiner Seite möchte ich Freunden und Liebhabern von griechischen Landschildkröten, aber auch dem Interessierten von meinem praktischen Erfahrungen berichten, sowie auf weitere fundierte und wissenschaftliche Informationsquellen zur Pflege und zur Zucht dieser interessanten und schützenswerten Tiere hinweisen.
Trierweiler im Herbst 2006 Welschbillig im Spätherbst 2007
Siegfried Niesen
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