Gerade bei unerfahrenem Schildkrötenhaltern kann die anstehende Winterstarre ein Unbehagen auslösen. Die Angst vor dem Verlust eines Tieres ist groß. Tielweise verzichten einige Halter dann lieber auf die Durchführung der Winterstarre, wobei sie den Tieren dabei keinen Gefallen tun. Denn die Durchführung der Winterruhe ist meines Erachtens eine wichtige Voraussetzung für eine artgerechte Schildkrötenhaltung. Wieder einmal lohnt sich zum besseren Verständnis der Blick in das natürliche Habiat der Tiere. Die Schildkröten haben sich über mehrere tausende Jahre an die teilweise recht harten Bedingungen in ihrem natürlichen Lebensraum angepasst um ihren Fortbestand und ihr Überleben zu sichern. In der kalten Jahreszeit, in der die Sonnenstunden rapide zurückgehen, die Temperaturen stark abfallen und die Futtermöglichkeiten rapide zurückgegangen sind, führen die Tiere einen "Winterschlaf" durch, in der der Organismus in eine Art Starre verfällt. Der Stoffwechsel kommt nahezu zum Erliegen und der mögliche Energieverlust kann so in Grenzen gehalten werden. Die Tiere verlieren kaum bzw. nur minimal an Körpergewicht. So kommen sie zumeist sehr gut über diese Jahreszeit.

November/Dezember 2008: In diesem Jahr habe ich mich entschieden meine adulten Tiere nicht mehr im Kühlschrank zu überwintern. In meinem Gewächshaus habe ich eine große gut isolierte Schutzhütte. Die Temepartur wird über einen Thermotimer gesteuert. An diesem hängt ein Elsteinstrahler. Da die Tiere sich im Herbst immer mehr in den Boden (ein Erde/Sand-Gemisch) eingeraben haben, konnten sie sich selbst auf die bevorstehende "Kältezeit" vorbereiten. Da ich die Temepratur in kurzen und regelmässigen Abständen überprüft habe, konnte ich feststellen, dass ich die Temperatur auch in der Schutzhütte gut regeln konnte. Ich stellte eine Mindsettemperatur von 4 Grad ein. Sollte die Temperatur darunter fallen, würde der Elsteinstrahler eingeschaltet werden um ein weiteres Absinken zu verhindern. Auf den Deckel der Schutzhütte habe ich zwei dicke Styropur-Platten gelegt, so dass sich die Hütte bei Sonnenschein nicht zu schnell erhitzen würde. So habe ich die Aussicht auf eine relativ konstante Innentemperatur.

Ein Blick von oben in die geöffnete Schutzhütte.

Gleich zweimal wird die Innentemperatur gemessen.

Links ist das eingesetzte Brett zu sehen, an dem der Elsteinstrahler befestigt worden ist.

Teilansicht von oben: Die Hütte wurde mit Buchenlaub gefüllt.

Für das Foto wurden das Laub kurzzeitig beiseite geschoben.

Die Temperatur wird über einen Thermotimer (Bild oben) geregelt.

Der Fühler (Bild rechts) befindet sich in der Schutzhütte.